Geschichte
Der 1. Weltkrieg war verloren und das kaiserliche Altösterreich zerfallen. Die Republik Österreich war gegründet. Der Schweizerverein für Tirol wurde 1919 von Geschäftsleuten gegründet, bzw. wiederbelebt. Ein gewisser Herr Eduard Grütter *14.12.1874 in Winterthur/Schweiz sowie ein Herr Scheibli, sollen 1919 die zwei der Gründungsmitglieder gewesen sein, weitere Namen möglicher Gründungsmitglieder sind leider nicht bekannt.
Eine Enkelin von Herr Eduard Grütter lebt heute in München. Aus der Schweiz gebürtig, kam Ing. Grütter 1913 von München, wo er gearbeitet hatte, nach Innsbruck. Da war er als Zentralheizungsfachmann sowie Spezialist für sanitäre Anlagen bei der damaligen Firma „Emhard und Auer“ tätig. Unter seiner Projektierung und Leitung wurden damals in Innsbruck in der Neuen Universität, im Haller Krankenhaus, am Westbahnhof, im Hallenbad, im Stadttheater und in vielen anderen Gebäuden, die Heizungsanlagen und sanitären Einrichtungen gebaut. Grütter war bis zu seinem 70. Lebensjahr unermüdlich beruflich tätig.
Nach dem ersten Weltkrieg 1919, machte er sich zusammen mit seinem Freund Scheibli um das Wiedererstehen des „Vereins der Schweizer um Tirol“ verdient. Unter deren Führung fuhr damals der erste Zug mit unterernährten Kindern, den sogenannten „Schweizerkindern“– wie diese später genannt wurden, in die Schweiz. Auch an vielen weiteren Hilfswerken der Schweizer für Tirol, war Ing. Eduard Grütter maßgeblich und äußerst initiativ beteiligt. Somit waren die Grundlagen für eine segensreiche karitative Tätigkeit geschaffen. Gemeinsam mit dem „Landesverband für Barmherzigkeit“ leitete Eduard Grütter die vielen Erholungsfahrten der Tiroler Kinder in die Schweiz. Seine Gattin stand ihm dabei bei dieser mühevollen und aufregenden Arbeit stets zur Seite. Eduard Grütter und seine Frau gehörten seit jeher zu der heute immer kleiner werdenden Kategorie von Menschen, die für ihre Arbeit im Dienste der Nächstenliebe nie eine Finanzielle oder materielle Entschädigung empfingen. Am 16. März 1961 konnten die beiden hochbetagten Wohltäter in Innsbruck sogar ihre diamantene Hochzeit feiern.
Leider sind, sei es mangels damaliger Protokolle, weder Gründungsurkunde, der genaue Tag der Gründung des „Schweizervereins für Tirol“, noch wie erwähnt die Namen weiterer Gründungsmitglieder bekannt. Es ist gut möglich, dass die eventuell damals vorhandenen Unterlagen den 2. Weltkrieg, wie auch immer, nicht überstanden haben. Vermutet wird eher die zweite Variante, denn die Vereine durften zwar ihre Tätigkeiten weiterführen und ein Vereinsleben wurde behördlich geduldet, aber es wurde sehr streng kontrolliert.
Das Credo des Schweizervereins für Tirol
Förderung der Zusammengehörigkeit, Geselligkeit und Pflege der schweizerischen Traditionen und Sprachen.
Unterstützung beim Kennenlernen unseres Gastlandes Österreich und im speziellen das Bundesland Tirol
Hilfe verschiedenster Art an unverschuldet in Not geratene Landsleute
Getreu unserer Satzung kümmern wir uns ganz besonders auch um unsere älteren oder hilfsbedürftigen Mitglieder.
Zögern Sie bitte nicht, uns anzusprechen, wenn Sie Vereinsmitglied sind und Hilfe in irgendeiner Form benötigen. Wir werden immer versuchen, Ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen.
Personen jeglicher Nationalität können Mitglieder, beziehungsweise fördernde Mitglieder, Gönner und Freunde des Vereins werden. Auch juristische Personen sind eingeladen sich für unseren Verein zu engagieren.
Aktueller und ehemalige Vereinspräsidenten ab 1946
(Quelle: Auszug der Landespolizeidirektion Tirol vom 26.01.2018)